Geschichte der Double-T-Ranch
Einige mögen sich bestimmt schon gefragt haben, wofür das Double-T eigentlich steht.
Dafür muss ich etwas ausholen.
Im Oktober 2018 hat meine Mutter mir den Traum eines Fohlens geschenkt. Damals stand der kleine Mann mit 6 Monaten schon beim Schlachter.
Falkenstein Elmar, so hieß er damals. Wir haben ihn geholt und es war nicht nur Liebe auf den ersten Blick auf dem Bild, es war auch Liebe auf den ersten Blick im echten Leben.
Mir war natürlich klar, dass er kein Falkenstein Elmar war. Ich wollte etwas schönes, etwas anmutiges, was seiner Rasse und dem, was aus ihm werden sollte, später mal gerecht werden würde. Ich erinnerte mich an die Geschichten, die ich als Kind immer gerne gehört habe, vom kleinen Drachen Tabaluga. Aber Tabaluga war irgendwie zu lang und wenn er erwachsen werden würde, würde er dem Namen nicht mehr gerecht werden, eines kleinen süßen Drachens. Allerdings hatte der kleine Drache auch einen Vater und so entstand dann die Idee: Thyrion.
Ja, und so zog ich mein erstes eigenes Fohlen, mein Baby groß.
Es war eine sehr aufregende Zeit, ich durfte so unglaublich viel von dem später sanften Riesen lernen. Unter anderem lernte ich meine Trainerin durch ihn kennen und die Sprache der Pferde zu lernen.
Ich habe viele Fehler gemacht in der Erziehung, schließlich war er mein erstes eigenes Fohlen und ich musste lernen, dass nichts selbstverständlich ist, was wir mit unseren Pferden machen: es anbinden, putzen und die Hufe säubern. Alles mussten wir langsam erlernen, mit viel Geduld und Ruhe.
Ich lernte mit ihm, für die kleinsten Dinge Dankbar zu sein: Danke, dass ich dir die Hufe auskratzen durfte. Danke, dass ich dir den Bauch putzen durfte. Danke, dass ich dich am Strick führen und anbinden durfte.
Durch dieses Tier, welches absolut nichts konnte, habe ich so unglaublich viel gelernt. Wir sind gemeinsam miteinander gewachsen und erwachsen geworden.
Er durfte bei mir 4 wundervolle Jahre verbringen, ich habe alles dafür getan, damit es ihm gut ging. Thyrion war wirklich was besonderes, der sicherlich nicht mit jedem mitging, die Definition eines Ein-Mann-Pferdes.
Und dennoch kam heute vor einem Jahr, am 31.10.2022, der Anruf, Thyrion liegt auf der Wiese, er kommt nicht hoch.
Das war der Tag, wo ich ihn das letzte Mal sehen sollte. Die Tierärztin kam, doch er war leider nicht mehr zu retten. Alles was ich tun konnte war, ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten, er durfte in meinem Schoß, friedlich und sanft von dieser Welt gehen und an dem Tag nahm er gleich einen Teil von mir mit.
Dieses 800 Kilo schwere Tier hat eine riesige Lücke hinterlassen.
Ich war kurz davor, die Ausbildung zur Reittherapeutin abzubrechen, denn das alles sollte mit ihm doch los gehen, das alles machte ohne ihn einfach keinen Sinn. Doch ich glaube, er hätte mich getreten, wenn ich abgebrochen hätte, also zog ich es durch und bin auch unglaublich dankbar dafür, dass ich Unterstützung hatte, die mich bei jedem Schritt, egal wie schwer er war, begleitet haben.
Als ich es dann endlich geschafft hatte mit der Ausbildung und ich irgendwann mit dem Gedanken spielte, mich selbstständig zu machen, wusste ich, Thyrions Name musste irgendwie mit drin stehen, denn ohne ihn, wäre ich niemals da, wo ich jetzt bin. Ich spielte mit ein paar Worten, bis dann Thyrions-Therapy-Ranch raus kam. Es hat sich direkt richtig angefühlt.
Nur Thyrions-Therapy-Ranch war doch viel zu lang. Und wenn ich es nur mit den ersten Buchstaben machen würde? TT-Ranch? Nee... Aber... Double-T-Ranch....?
Ja!
Das war es!
Und so entstand der Name meines Betriebs.
Seither lebe ich das, was ich mit ihm erleben wollte. Ich weiß, dass er, wo auch immer er umher galoppiert, stets ein Auge auf mich hat.
Ich danke dir Thyrion, für alles, was ich mit und durch dich lernen durfte. Du bist und wirst immer was besonderes bleiben und ich hoffe, dass du stets bei mir bist, bei jeder Stunde, die ich gebe.